4 Fragen an Brigitte Käser

4 Fragen an Brigitte Käser

Heute gehen die 4 Fragen an die Lehrerin und Landschaftsarchitektin Brigitte Käser; sie ist Mitglied der Naturfreunde-Sektion Langenthal BE und hat die NFS-Naturkurse fürs 2019 programmiert.

Im Dezember 2018 haben die Naturfreunde die von über 165’000 Personen unterzeichnete Petition «Insektensterben aufklären» eingereicht. Im 2019 nun werfen die NFS-Naturkurse (siehe Seite 34) einen Fokus auf das Thema Insekten. Es scheint, dass bezüglich Insekten in der Öffentlichkeit ein Umdenken stattfindet.

Ich habe ebenfalls den Eindruck, dass ein Umdenken stattfindet. Viele Menschen verstehen, dass Insekten eine wichtige Rolle in der Natur spielen. Dazu hat gewiss auch der Film «More than Honey» beigetragen. Er zeigt, welch’ wichtige Rolle die Bienen spielen und dass unter anderem auch Pestizide, Hunger und Stress Gründe für das Bienensterben sind.

Bei den fürs 2019 ausgeschriebenen NFS-Naturkursen über das Wirken von Insekten gibt’s die Betonung auf die Bienen. Warum?

Einerseits haben Imkerinnen und Imker und Apisuisse unsere Petition mitgetragen, andererseits haben wir das Insektensterben anfänglich vor allem über das Bienensterben wahrgenommen. Und ja, die Honigbiene ist eine Sympathieträgerin. ImkerInnen, die in unseren Naturkursen tätig sind, wissen viel über sie, also auch darüber, wie eine bienenfreundliche Umgebung aussieht, was auch zahlreichen anderen Insektenarten zu Gute kommt. Zudem treffen wir bereits im Frühjahr auf Bienen und Hummeln, wohingegen andere Arten sich noch entwickeln müssen; so etwa die Heuschrecken, die fast alle als Ei überwintern.

Begünstigt durch den Warenaustausch über Kontinente treten heute Insekten bei uns auf, die uns vor neue Probleme stellen.

Insektenarten können unbeabsichtigt eingeschleppt aber auch bewusst eingeführt werden. Breiten sich solche Tiere danach stark aus, weil sie z.B. keine Feinde haben, können sie einheimische Pflanzen- und Tierarten verdrängen und auch der Land- und Forstwirtschaft grossen Schaden zufügen. Bekannte Beispiele dafür sind der Buchsbaumzünsler, der Asiatische Marienkäfer, der «unsere» einheimischen Marienkäferarten verdrängt, oder der Asiatische Laubbockkäfer, der Laubbäume befällt. In solchen Fällen sind für mich Grenzen der Insektenfreundlichkeit erreicht; diese Tiere sind gebietsfremd, gehören darum nicht zu «unserer» Natur.

Wie war das damals, als du Kind warst – hattest du Angst vor den Insekten?

Grossen Respekt bereiteten mir die Hornissen mit ihrem tiefen, lauten Brummen. Gar nicht gern mochte ich die Wespen, wenn sie im Sommer beim Mittagessen draussen um meinen Teller herumtanzten. Sehr gern hatte ich (und habe ich immer noch) die Marienkäferchen («Himugüegeli»). Ich liess sie gerne auf meinen Fingern herumspazieren und beobachtete dann fasziniert, wie sie ihre Flügelchen ausspreizten und davonflogen.

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