Der etwas andere Weg an den Genfer See

Der etwas andere Weg an den Genfer See

Verdichten und enger zusammenrücken – das mag ja gut und recht sein! Doch manchmal verlangt die Seele nach Platz und Distanz. Auch beim Wandern. Da kommt einem die Tour über den Col de Jaman gelegen. Als Etappe des Kulturwegs Alpen bietet sie zudem Stoff für einen lebendigen Geschichtsunterricht.

Wenn wir uns Transport- und Transitrouten vor Augen führen, sehen wir die A2, die Gotthard-Autobahn, den San Berardino, den Brenner, Blechlawinen, schwere Brummer, breite Strassen. Transit und Transport bedeuten emsiges Kommen und Gehen; non-stop, hin und her, viel Lärm und viel Asphalt.

Da ist die Wanderung über den Col de Jaman, von Montbovon nach Les Avants, aus dem Freiburgischen, respektive aus dem Greyerzerland zu den Weinreben am Genfer See so ziemlich das Gegenteil davon! Dabei ist, nein: dabei war die Route über den Jaman-Pass einst ebenfalls so eine Transportroute! Über den Col de Jaman gelangten (auf den Rücken von Maultieren) Tonnen von Greyerzerkäse hinaus in die weite Welt – erst an den Hafen von Vevey, dann über den See nach Genf, und anschliessend die Rhone runter nach Lyon. Und mit Legionären diverser Armeen gar über dieses und jenes Meer.

Tempi passati

Heute erinnern eine massive, uralte (restaurierte) Steinbrücke über die Hongrin-Schlucht, einzelne gepflästerte Wegabschnitte, für Maultierhufe in den Fels geschlagene Trittstufen und eine Vielzahl von Dokumenten an die Zeiten, als der Jaman für Handel und Politik eine bedeutende Rolle gespielt hat. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse dazu stammen aus der Zeit der Burgunderkriege (1476); damals zogen Freiburger und Greyerzer Truppen über den Jaman, um auf der anderen Seite die Savoyer nach Vevey zurückzudrängen. Hochbetrieb am Jaman – nun, das sind tempi passati. Uns Wandernden kommt’s zugute!

Diesen Eindruck, hier eher auf einem Nebenschauplatz zu wandeln und etwas abseits vom Schuss zu sein – diesen Eindruck erhält man bereits in Montbovon, am Ausgangspunkt der…

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