Nach Chiavenna – zu Fuss

Nach Chiavenna – zu Fuss

Zu Fuss von Thusis nach Chiavenna, von den Tannen und Lärchen zu den Palmen und Reben, durch Schluchten und über einen Pass, 65 km, auf historischen Saumpfaden, vorbei an alten Wallfahrtskirchen, begleitet von wild schäumenden Bächen: die Fussreise auf der via Spluga, von Graubünden in die Lombardei, verspricht viel – und hält viel.

Etwas vom Eindrücklichsten an der Wanderung über den Splügenpass ist der Abstieg durch die Cardinello-Schlucht. Da ist man bereits auf der italienischen Seite, also ennet der Passhöhe. Und man hat, im Dörfchen Monte Spluga, bereits eine erste Prise Italianità eingesogen. Und darüber gestaunt, was so eine Landesgrenze, verbunden mit einer Sprachgrenze, auszumachen vermag! Monte Spluga auf der italienischen, und Splügen auf der Schweizer Seite, das ist zwar nicht so unterschiedlich wie Tag und Nacht; aber wie Morgen und Abend. Die Passstrasse führt mitten durchs Dorf, doch das scheint niemanden zu stören. Man flaniert die Strasse hoch und runter, und vor dem Albergo Vittoria mit seiner auffallend pink-roten Fassade dösen ein paar Pensionäre – in blauen Liegenstühlen, die direkt auf die Strasse hin ausgerichtet sind.

Von diesem Monte Spluga geht’s auf dem Wanderweg hinaus Richtung See; je nach Regieanweisung der Kraftwerksbetreiber flutet dieser die Ebene mal mehr oder mal weniger. Und je nach Wetter und Tageszeit – und wahrscheinlich einer gewissen Portion Vorstellungsvermögen des Betrachters – wähnt man sich dort draussen alsbald in einer Art Tundra: flach, weit und baumlos. Und die Tiere, die im steinigen Vorfeld des Sees weiden, sind keine Kühe, nein, es sind Pferde, hellbraune Pferde; aus der Distanz sehen sie aus wie Shettland-Ponys.

Faszinierender Fremdkörper

Diesen See, den Lago di Monte Spluga, gibt’s seit den 1930er Jahren; ohne dem hier aufgestauten Wasser sähe für viele das Leben anders aus, man wäre ohne Strom –heutzutage ein unvorstellbarer Seins-Zustand. Denn darum geht’s hier: um Stromproduktion. Auf dem weiteren Weg nach Chiavenna wird man diesem Thema noch des Öft…

Neugierig geworden? Den kompletten Artikel finden Sie im Naturfreund 03/19. Abonnieren Sie die Zeitschrift ganz einfach über unseren Shop.

Nach oben