15.06.2020

Extremadura – strukturschwach aber artenreich

Gänsegeier mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern, Adler und Grosstrappen! Zudem Kraniche, Schwarzstörche, Weissstörche, Spiessflughühner – viele gute Gründe, Spaniens wilden Westen zu durchstreifen. Erinnerungen an eine Vogel-Exkursion in der Extremadura.

Ab Madrid gelangen wir im Kleinbus in drei Stunden nach Trujillo. Das Städtchen liegt im Zentrum der Region Extremadura in Spaniens Südwesten. Durch enge und verwinkelte Altstadt-Gassen führt uns der Weg hinauf zur herrschaftlichen Plaza Major. Hier treffen sich Einheimische und Besucher zum geselligen Glas Wein. Auf den Türmen über der Stadt haben Störche ihre Nester gebaut – ein faszinierender Anblick!

Früher, in alten Zeiten, haben Abenteurer wie Franzisco Pizarro von der Extremadura aus ihre Eroberungszüge unternommen. Man nannte sie Conquistadores. Aber wir sind nicht ihretwegen hierhin gefahren. Auch nicht der historischen Bauten wegen. Obschon es auch diesbezüglich in diesem Land so viel zu sehen gäbe. Nein, wir sind der Vögel wegen hier!

Das Weite finden

Es ist Ende Februar; wir fahren aus der Stadt. Obwohl bereits zahlreiche Bäume und Büsche in voller Blüte stehen, sind die Morgen- und Abendstunden noch kühl. Wir durchqueren offene, weite Ebenen, über die ein bisweilen kalter Wind weht. Wer im Freien Vögel beobachtet, muss warme Kleider dabeihaben; besonders, wenn sich, wie heute, die Sonne kaum zeigt.

Spaniens Südwesten – das sind ursprüngliche, intakte Landschaften. Die Gegenden sind dünn besiedelt. Man findet hier gleichsam das Weite. Keine Hektik; die Uhren ticken scheinbar langsamer. Gerade in den steppenartigen Landschaften muss sich die Wahrnehmung des Besuchers aus der Schweiz erst mal umstellen.

Unterwegs machen wir Halt und erkunden die flache Landschaft durch den Feldstecher. Hier ist nichts los. Zumindest auf den ersten Blick. Nur offenes, karges Land. Es herrscht Stille; der Himmel ist bedeckt. Aber halt: singt da über uns nicht eine Feldlerche?! Und jemand aus der Gruppe ruft «dort drüben, schaut mal!» – und da entdecken auch wir sie: in einiger Entfernung stehen im Wiesland etwa 20 Grosstrappen. Sie zählen zu den grössten flugfähigen Vögeln überhaupt. Und ein paar dieser Trappen-Hähne sind zudem bereits im Prachtkleid und in Paarungsstimmung. Mit Imponiergehabe …


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