14.04.2021

Luft und Liebe allein reichen nicht

Wir mögen sie, die Libellen! Sie sind schön. Und anders als Mücken und Wespen stechen sie nicht, und sie krabbeln nicht übers Butterbrot, und anders als Läuse und Motten schädigen sie keine Kulturpflanzen und Nahrungsmitteln, und anders als die Kakerlaken lösen sie in uns weder Angst noch Ekel aus. Ja, wir mögen die Libellen. Aber diese Sympathie alleine wird sie nicht am Leben erhalten!

Nichts ist falsch an unserer Sympathie für diese Tiere; und nichts ist falsch an unserer Faszination über deren Aussehen und deren Flugkünste. Wir dürfen sie weiterhin als Könige der Lüfte bezeichnen, als Flugakrobaten oder gar als Wundertiere. Wir dürfen sie weiterhin bestaunen und uns über prächtig gestaltete Libellen-Bildbände freuen.

Aber, eben, diese Sympathie allein wird nicht ausreichen, den Fortbestand der Libellen zu sichern. Denn jede Libellenart hat ihre je eigenen Ansprüche an ihren Lebensraum – und diese sind heute in der Schweiz längst nicht bei allen Arten erfüllt. Mehr als ein Drittel unserer heimischen Libellenarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere.

Gewässerschutz ist essenziell

Obwohl wir den schillernden Flugkünstlern meist nur im sommerlichen Luftraum begegnen, sind die Libellen zum Überleben vor allem auf reich strukturierte und möglichst naturnahe Gewässer angewiesen, in denen sie sich fortpflanzen, und als Eier oder Larven den Winter überdauern können.

Der bisher grösste Einbruch unserer Libellen-Populationen hat darum auch bereits im Zuge der grossen Gewässerkorrektionen im 19. Jahrhundert stattgefunden. Viele Flüsse wurden dabei zu Gunsten des Hochwasserschutzes eingedämmt. Riedgebiete und Auenlandschaften wurden trockengelegt und landwirtschaftlich nutzbar gemacht.

Die damals getroffenen Massnahmen mögen nötig gewesen sein, doch in der heutigen Zeit wird erkannt, dass diese oft viel zu radikal waren. Zum Glück für die Libellen besteht darum mittlerweile der allgemeine Trend, den eingesperrten Gewässern wieder mehr Raum zu lassen, sie zu „renaturieren“. Einzelne Arten konnten sich so in letzter Zeit auch tatsächlich etwas erholen. Aber so wie früher, als auch bei uns noch Libellen zu tausenden übers Land zogen, wird es wohl nie wieder werden.

Was kann ich persönlich tun?

Es bringt im Naturschutz herzlich wenig, in Nostalgie zu versinken und sich die Vergangenheit zurück zu wünschen. Denn hier und jetzt kann immer etwas getan werden, um die natürliche Vielfalt aktiv zu fördern – und sei dies nur im allerkleinsten Rahmen!

So kann jeder naturnahe Garten den Libellen …


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