Warum Rumänien derart besonders ist!

Was Schafe, Unwissen, Tourismus und EU-Subventionen mit der Insekten-Biodiversität Rumäniens zu tun haben? Und wie ein Kind zum Schmetterlings-Botschafter wurde – davon handelt der folgende Beitrag; verfasst von László Rákosy, Professor an der Babes-Bolyai Universität in Cluj, Rumänien.

Die Landschaft Rumäniens bewahrt, im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, noch ihren natürlichen Charakter. Dadurch konnte hier, an der östlichen Grenze der EU, ein Hotspot der Artenvielfalt bestehen, wie er kaum noch anderswo anzutreffen ist. Bekannt ist Rumänien vor allem für seine zahlreichen Grosssäugetiere, wie Wolf, Luchs und Braunbär. Doch auch was den Reichtum an Pflanzen- und Insektenarten angeht, können nur wenige Länder Europas mit Rumänien verglichen werden. So ist Rumänien das einzige Land Europas, welches sich über 5 biogeographische Regionen erstreckt, dabei beherbergt jede Region (man unterscheidet zwischen der alpinen, kontinentalen, steppischen, pannonischen und pontischen Region) ihre charakteristischen Habitate und Arten.

Insgesamt sind aus Rumänien über 3800 Arten von Gefäßpflanzen (3065 in der Schweiz), über 435 Vogelarten (213 in der CH) und über 4200 Schmetterlingsarten (Tag- und Nachtfalter, 3671 Arten in der CH) nachgewiesen worden. Im Gegensatz zu vielen Ländern West- und Mitteleuropas, ist die Artenvielfalt Rumäniens jedoch nur unvollständig erforscht. So liegt die Anzahl der Schmetterlingsarten sicher über 5000, vor allem unter den Kleinschmetterlingen sind in den nächsten Jahren sicherlich noch viele Arten nachzuweisen.

Einer der Gründe warum die Diversität der rumänischen Schmetterlingsarten unzureichend erfasst wurde, ist die geringe Anzahl an erfahrenen Amateuren, die sich mit dieser Insektengruppe befassen. So gibt es zur Zeit nur 10 bis 15 Personen im ganzen Land, die korrekte Angaben über die Diversität, Verbreitung und Lebensweise von Schmetterlingen machen könnten; und von diesen können nur 5 oder 6 als Spezialisten angesehen werden. Trotz allem konnte die gleich nach der Wende gegründete Gesellschaft für die Schmetterlingskunde Rumäniens (Societatea Lepidopterologica Romana, SLR) gute Fortschritte in der Erforschung der Schmetterlingsarten Rumäniens erzielen.

Nebst ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat die SLR in den letzten 20 Jahren viel Zeit und Energie in Aktivitäten investiert, die dazu …


Neugierig geworden? Den kompletten Artikel finden Sie im Naturfreund 01/20. Abonnieren Sie die Zeitschrift ganz einfach über unseren Shop.

Nach oben