Winterliche Grüsse aus der Namenlandschaft

Der Winter ist da und mit ihm kommen (hoffentlich) Schnee, Eis und Kälte; und die Farbe Weiss. Mit anderen Worten: der Winter zeichnet auffällige Spuren und Eindrücke, nicht nur in der Natur und im Gemüt der Menschen, sondern auch in der Namenlandschaft. Im Folgenden wirft der «Naturfreund» einen Blick auf ein paar winterliche Orts- und Flurnamen.

Beginnen wollen wir mit Namen, die nur vorgeben, etwas mit der kalten Jahreszeit zu tun zu haben. Der berühmteste ist sicherlich Winterthur, eine junge volkstümliche Umdeutung, die den Namen mit Winter und dem Flussnamen Thur in Verbindung bringt. Ein Blick auf die historischen Belege (ca. 280 Vitudoro, 294 murum Vitudurensem) zeigt, dass es sich um einen keltischen Namen handelt, der ursprünglich etwa ‚Weidentor, aus Weidenzweigen geflochtene Einfriedung‘ oder ‚Marktflecken eines Uito‘ bedeutete.

Ebenso wenig mit Winter zu tun haben der Weiler Winterswil BE und das Dorf Wintersingen BL. Ihre typischen Ortsnamensuffixe -wil und -ingen verraten uns, dass dies frühe alemannische Siedlungen sind, die in ihrem Namen den Gründer des Ortes nennen: In beiden Fällen ist das ein Winidhari, Winitheri, Winither u.ä. Die Namen bedeuten also Hof bzw. Siedlung eines Winidhari.

Ski, Handschuh und weitere falsche Fährten

Die berühmteste Winteraktivität ist bekanntlich das Skifahren. Man sollte meinen, dass sich dies entsprechend in der Namenlandschaft abbildet. Es gibt natürlich ein paar Skihütten, die es als Name auf die Landeskarte geschafft haben. Das sind aber keine Flurnamen, sondern reine Gebäudenamen.

Auf den ersten Blick scheint es trotzdem ein paar Ski- oder Schi-Flurnamen zu geben, wie z.B. Schywäldli (bei St. Stephan BE) oder Schimösermad (in Iseltwald BE). Aber eben nur auf den ersten Blick. In diesen Namen steckt das schweizerdeutsche Wort Schīe(n), Scheie(n) f. ‚dünne Latte, schmales, langes Brett, Zaunpfahl‘. Diese Namen beziehen sich auf Gelände, das von einem Scheienzaun umgeben ist oder war. Freilich wurden aus solchen Scheien früher auch Skis gebastelt und das Wort ist auch mit Ski (aus norwegisch ski) etymologisch verwandt.

Im Winter ist es kalt und man sollte sich warm anziehen. Passende Flurnamen sind hierzu etwa Hentscheried in Spiez oder Jaggematte in Gsteig bei Gstaad. Aber Sie ahnen es sicherlich, auch diese Flurnamen haben mit Winter nichts am Hut, auch wenn der historische Beleg von 1767, Handschu-Ried, alles versucht, uns auf eine falsche Fährte zu locken. Diese Namen sind in Wirklichkeit mit einer Kurzform Häntsch/Hentsch/Henz(o) zum Vornamen Heinrich bzw. mit…


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