4 Fragen an Margrit Brancucci

Heute gehen die 4 Fragen an Margrit Brancucci. Als Mitglied der Sektion La Côte-Peseux ist sie eng verbunden mit dem NF-Haus Prise-Milord. Über 17 Jahre, bis 2020, hat sie gemeinsam mit ihrer Freundin Paula Nguyen die Sektionszeitschrift REFLETS herausgegeben; zudem war sie von 2010–2014 engagiertes Vorstandsmitglied beim NFS-Landesverband.

Die Sektion La Côte-Peseux hat sich ebenfalls dazu entschieden, bei ihrem Naturfreundehaus La Prise-Milord ein Insekten-Hotel aufzustellen. Habt ihr euch in der Sektion sofort und einhellig dazu entschieden? Was hatte euch bewogen, hier mitzumachen?

Einen kleinen Insekten-Übernachtungsort hatten wir bereits aufgestellt. Nachdem wir uns dann versichert haben, dass keine Insekten unsere Gäste beissen werden, war die Begeisterung einstimmig, dem vorgeschlagenen Projekt der Naturfreunde Schweiz mit der Unterstützung der Sektion Basel-Riehen beizutreten. Zudem gibt dies eine Gemeinsamkeit mit anderen Naturfreunde-Chalets.

Vor Jahren war das Leben und Überleben der Insekten für einen Grossteil der Bevölkerung kaum mehr als ein etwas kurioses Rand-Thema. Das hat sich inzwischen geändert, nicht zuletzt durch die Insekten-Petition, welche die Naturfreunde im 2018 lanciert haben. Wie hast du es selbst mit den Insekten?

In den Ferien beim Grossvater war das Beobachten im Wald oder im Gras liegend ein Höhepunkt. Als Kind stellte sich mein Ehemann mit einem umgekehrten Schirm unter einen Baum und sein Cousin Michel schüttelte die Zweige und verbrachte Stunden mit dem Studieren der heruntergefallenen Insekten und Krabbeltiere (im Naturfreund 4/2012 erschien übrigens ein ausführlicher Beitrag von Michel Brancucci über das Leben dieser Tiere). Das Gras und die Wildblumen wuchsen im Garten meiner Eltern, was damals als unordentlich empfunden wurde. Generationenwechsel, heute kaufen unsere Kinder Marienkäferlarven gegen Blattläuse sowie Startpopulationen von Wildbienen! Ich bin zwar keine Insekten-Spezialistin, aber mit unseren vier Enkeln ist jeder Spaziergang am Neuenburgersee ein Erlebnis zur Beobachtung von Insekten.

Insekten-Hotels sind eine gute Sache. Aber sie allein reichen nicht aus. Insekten benötigen auch eine artenreiche Flora. Wie sieht diese aus in der Umgebung des Prise-Milord?

Unser Chalet im Val-de-Travers, oberhalb von Saint-Sulpice, liegt auf 860 Metern ü. M., gut besonnt am Waldrand. Ein reich blühender Garten, Obstbäume und eine grosse Weide umgeben das Chalet.

Gibt es einen Wunsch, den du persönlich mit der Installation dieses Insekten-Hotels verbindest?

Ja, ich hätte gerne Lehrmaterial mit QR-Code auf der Webseite, in unserem Magazin Naturfreund oder auf einem Tischset, etc. Aber die Lagerleiter werden sicher zahlreiche Studien und Biologie-Arbeiten ausführen, unser Chalet wird mit Zeichnungen geschmückt und zudem wird mit der Tafel auf die Naturfreunde hingewiesen.

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