15.06.2020

3-Tages-Tour durchs Tessiner Hinterland

Wer im Tessin abseits von Melide, Ascona und Locarno wandern will, darf sich nicht fürchten vor steilen Auf- und Abstiegen. So geht’s auch beim aktuellen NF-Wandertipp aus dem Vergeletto- ins Maggiatal mitunter happig hoch und runter. Das ist nicht jedermanns Sache – entsprechend lässt sich hier der 2-Meter-Abstand gut einhalten…!

Die Region, die wir auf dieser 3-Tages-Wanderung durchstreifen, könnte ein Schweizer Nationalpark sein. Da ist – zumindest beim ersten Hinschauen – so viel Ungezähmtes, so viel Wildes, so viel Grünes! Und überall geht’s steil hoch, die bewaldeten Abhänge da und dort vertikal durchfurcht von einer Geröllrinne, die jetzt, bei Trockenheit, hell aus dem Grün des Waldes hervorsticht; die aber, bei Regenwetter, zu einem reissenden Bach mutiert.

Hätte, könnte, müsste, sollte! Nun, wäre diese Region tatsächlich zu einem Nationalpark geworden, würden wir heute, an dieser Stelle, vom Parco Nazionale del Locarnese reden! Daraus ist bekanntlich nichts geworden. Eine Mehrheit der lokalen Bevölkerung hatte im Sommer 2018 gegen ein entsprechendes Projekt gestimmt. Insgesamt 218 Quadratkilometer Land hätte der Nationalpark Locarnese (bis hin zu den Brissago-Inseln) umfasst, wobei das Onsernone- und damit auch das angrenzende Vergelettotal zur Kernzone des Parks gehört hätten. Zu den Stimmen, die sich diesem Vorhaben damals am lautstärksten widersetzt haben, zählten jene der Jäger – von denen bekanntlich nicht wenige in der Agglomeration Locarno ansässig sind.

Wald, viel Wald

Es entspricht einer landläufigen Vorstellung, dass ein Nationalpark ein Gebiet ist, das ursprüngliche Natur schützen und bewahren solle. Was in etwa so viel heisst wie: hier geht’s um «Urzustand», um «unberührte Natur», um von Menschenhand bislang «verschonte» Natur – und damit selbstredend auch um Urwälder.

Nun, solche Gedanken sind verlockend. Weil wir sie gleichsetzen mit Harmonie, mit ungestörter Balance, mit «echter» Natur. Aber diese Landschaft hier im Onsernone-, im Vergeletto- und im Maggiatal – die ist nicht unberührt! Heute sind die steilen Flanken dieser Täler zwar von dichtem Wald überzogen, aber das ist kein Urwald. Gewiss, er ist dicht, und er wirkt wild. Aber vor 70, 80 Jahren sah’s hier ganz anders aus. Damals war hier kein …


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