16.12.2020

Eine Skireise von Berg zu Berg, von See zu See

Nichts anderes als Wasser in anderer Form, das ist Schnee: fester Niederschlag aus meist verzweigten, kleinen Eiskristallen. Die Wasserflächen der Schweiz sind das Werk eiszeitlicher Gletscher. Schnee und Wasser, Berg und See, Gebirge und Meer: Sie haben etwas miteinander zu tun, bilden Gegensätze und doch nicht. Fritz Bruns Vergleich der Ski mit einem Segelschiff, während einer Skitour aufs Blinnenhorn im Jahre 1919, sagt alles. In diesem Sinne präsentiert der «Naturfreund» hier sieben Touren zwischen Lac Léman und Bodensee, wo es sich lohnt, mit den Ski über und durch das weisse Element zu segeln.

«Und los geht‘s auf dem schönen, regenbogenfarbigen Meer, dessen breite Wogen bis Les Moulins, 900 Meter weiter unten, branden. Unsere gepuderten und buntgestreiften Silhouetten gleiten über den jungfräulichen Hang, trennen sich, vereinigen sich wieder, kreuzen ihre Kurven, verschmelzen ihre Windungen, indem sie bald zueinander, bald auseinander streben. Wir ziehen einen magischen Kreis um den Heuboden der Brisets, umsegeln das Vorgebirge des Waldes, fahren längs der Golfe, die die Weiden dort bilden; ohne Unterbrechung, gleichmässig geht die berauschende Abfahrt weiter.»

Lust kommt auf, mit Louis Seylaz mitzusegeln, über diese Hänge, die ihn an ein Meer erinnern. Die Verschmelzung von Bewegung im Schnee und im Wasser lesen wir in seinem 1941 erschienenen Buch ‘Wanderungen in den Waadtländer Alpen’. Die Waadtländer Alpen, das sind die Felswogen, die aus dem Genfer See emportauchen und westwärts gegen die mächtigen Berner Alpen branden. Dort starten wir unsere Schnee-Ski-Reise durch die Schweizer Alpen.

Fahren hinter dem Lac Léman

Rochers de Naye: Der schönste Aussichtspunkt direkt über dem Genfer See, knapp 1700 Meter oberhalb der grössten Wasserfläche am Rande der Schweiz. Mit der Zahnradbahn ratterten wir von Montreux hinauf, legten die paar Meter zwischen Bergstation und Gipfel (2042 m) schnell zurück, und waren leicht enttäuscht: Ein Nebelmeer wogte über dem Genfer See. Weiss statt blau. Aber zum Glück war sie nicht grün, die Unterlage für unsere Gleitgeräte. Unterschiedlich war die Abfahrt ins Tal von Hongrin, oben lieblichster Sulz, unten hässlichster Bruchharsch. Trotzdem peilten wir noch den zweiten Seeberg an, die Planachaux (1925 m), die sich zwischen dem Lac de l’Hongrin und dem Lac du Vernex (noch nie gehört, nicht wahr?) versteckt. Der Panoramazeichner Gottlieb Studer bezeichnete den Gipfel in einer Skizze von 1855 schlicht als Le Mont – ‘der Berg’. Xaver Imfeld seinerseits kam 1883 bei der Zeichnung des Panoramas von den Rochers de Naye zu ganz anderen Namen: Planachaux heisst nur der Westgipfel, der Hauptgipfel hingegen Dent de Crau. Eugène de la Harpe wiederum nennt in seinem Führer ‘Les Alpes vaudoises’ aus dem Jahre 1933 ebenfalls nur den Westgipfel (P. 1887 m) Pointe de Planachaux, den höchsten Punkt jedoch Pointe de Beauregard. Schade, dass es nicht dabei geblieben ist: Pointe de Beauregard, wörtlich übersetzt ‘Spitze zum schönen …


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