02.10.2020

Gute Zukunft gibt’s nicht umsonst

Was meinen wir, wenn wir von der Entwicklung des Berggebiets reden? Was soll gefördert werden? Wasserkraftwerke? Strassen? Wohnungsbau? Wie sieht das aus fürs Calancatal? Sind das Tabuthemen? Der ehemalige Gemeindepräsident von Calanca spricht sie an; das Wort hat Rodolfo Keller*.

Die Entwicklung in vielen Randregionen des Alpenbogens ist dramatisch. Weit-gehend unbemerkt, aber umso unerbitt-licher entwickeln sie sich in Richtung alpiner Brachen, wie sie vor bald 20 Jahren in der Studie ‚Die Schweiz – ein städtebauliches Por-trait’ vorgeschlagen wurden. So sinkt auch die ständige Wohnbevölkerung des Calancatals konstant, von einst 3000 auf 700. Damit ist das absolute, für das langfristige Überleben erfor-derliche Minimum, bereits unterschritten.

Eigentlich Anlass genug für eine energische Reaktion durch alle Beteiligten: Gemein-den, Kanton, Bund! Nachdem die Neue Regionalpolitik (NRP) gescheitert ist, dümpeln aber nur noch einige Parkprojekte vor sich hin, ohne wirkliche Perspektiven, Zielsetzungen und wirksame Erfolgskontrollen.

Das Calancatal ist durch tiefe Steuereinnah-men, unter 50% des Durchschnittes, in seiner Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Selbstverständliche Investitionen, wie z.B. Wasser- und Abwassersysteme, kann es nicht eigenständig finanzieren. Trotz einem verbes-serten Finanzausgleich ist es angewiesen auf die Hilfe von Organisationen (die es zum Glück noch gibt) wie die Schweizer Berghilfe und die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, ein unhaltbarer Zustand!

Wichtigste Voraussetzung für eine gesicherte Zukunft ist deshalb eine Stärkung der Ein-nahmen aus den natürlichen Ressourcen der Bergebiete, ergänzt durch einen wesentlich verbesserten Finanzausgleich.

Wald – Förderung über CO2-Abgabe

Der Wald in der heutigen Form ist das Produkt langjähriger Pflegemassnahmen. Ohne Schutz-wälder ist ein sicheres Leben nicht denkbar; infolge der der gefallenen Holzpreise ist das Forstwesen jedoch immer defizitärer. Die Waldpflege ist heute nur noch dort gegeben, wo wegen der Schutzwaldfunktion grosszügige Beiträge des Bundes erhältlich sind. Die erfor-derliche Pflege der Wälder ist hingegen selbst dort, wo gute Erschliessungen (Forststrassen) vorhanden sind, aus finanziellen Gründen nicht mehr umzusetzen. Gepflegte Wälder sind eine gute Möglichkeit, CO2 zu binden und damit einen Beitrag gegen die…


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