22.04.2021

Nach Venedig radeln

Ob es per Velo bis ans Ende der Welt gehen soll oder bloss bis Venedig – sich ein Ziel zu setzen und dieses radelnd anzupeilen, das ist ein lohnendes Unterfangen. Für die Fahrt nach Venedig bietet sich dazu die Route entlang des Po an.

Venedig! Traum-Destination! Nie, seit einer Ewigkeit nicht, ist der Zeitpunkt für einen Besuch der Stadt günstiger als in diesen Wochen. Corona hat den Touristenstrom zum Erliegen gebracht; auf dem Markusplatz, wo ansonsten jeweils Hunderte für ihre Selfies posieren, spielen der im Frack gekleidete Pianist, der Geiger und der Klarinettist jetzt für eine Handvoll Menschen, auch im einfachsten Hotel hat der Rezeptionist wieder Zeit für eine Plauderei und in den Kirchen sitzen allein jene, die zur stillen Einkehr gekommen sind.

Venedig, warum also jetzt nicht so rasch wie möglich hin, per Intercity? Doch warum, stattdessen, per Velo…?! Nun, ja, weil es…– gut tut! Weil Radeln einem die Augen öffnet, für vieles.

20 km, 4 Autos

Als Jüngling mag der aus den Cottischen Alpen stammende Po ein lustvoll plätschernder Bergbach gewesen sein. Aber jetzt, im Tiefland bei Piacenza, liegt die Jugend des Po bereits in derart weiter Ferne, dass man sie sich kaum mehr vorzustellen vermag. Bis hierher hat er auf seinem Weg nach Osten die Grossstadt Turin durchflossen, hat über ein tausendfach verzweigtes System von Kanälen die Reisfelder um Vercelli und Pavia bewässert und hier nun, in Piacenza, auf halber Strecke seiner Reise zum Meer, ist er bereits breiter als der Rhein in Basel. Und mit jedem Meter, mit jedem Tag wird er weiter zulegen.

Auf der Via Camillo Benso Cavour (benannt nach dem ersten Ministerpräsidenten des einstigen Königreichs Italien) geht’s ab Stadtmitte zur Brücke über eben diesen Po; darauf viel Verkehr. Doch Radelnde haben hier einen von der Autofahrbahn abgetrennten Bereich – mit anderen Worten: Velowege gibt’s nicht nur in der Schweiz!

Unmittelbar nach der Brücke scharf nach rechts – und für einen Moment scheint’s, als wär‘ man im Niemandsland gelandet, also dort, wo der aus dem Autofenster geworfene Abfall ewig liegen bleibt. Aber das unselige Wegstück ist bloss kurz; und man gelangt, kaum raus aus Piacenza, auf einen ersten Damm, einen Po-Damm.

Und man radelt und radelt, eine Stunde oder so, und stellt irgendwann fest…


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