Klimafit in die Zukunft: Die Naturfreunde Österreich auf dem Weg zur Klimastrategie 2040
Unsere Berge verändern sich. Gletscher ziehen sich zurück, Wetterextreme nehmen zu und Lebensräume geraten zunehmend unter Druck. Was viele Naturfreund:innen bei ihren Touren längst wahrnehmen, ist […]
Unsere Berge verändern sich. Gletscher ziehen sich zurück, Wetterextreme nehmen zu und Lebensräume geraten zunehmend unter Druck. Was viele Naturfreund:innen bei ihren Touren längst wahrnehmen, ist seit vielen Jahren wissenschaftlich bestätigt: Die Klimakrise ist eine der grössten Herausforderungen für den Alpenraum.
Die Naturfreunde Österreich haben deshalb begonnen, eine eigene Klimastrategie zu entwickeln. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen der Organisation bis 2040 deutlich zu reduzieren und unvermeidbare Restemissionen sinnvoll zu kompensieren.
Der Startschuss für diesen Weg fiel 2023 mit einem Beschluss der Umweltreferent:innen. Gemeinsam mit externen Fachleuten wurde anschliessend erstmals eine umfassende Treibhausgasbilanz für die gesamte Organisation erstellt. Das Ergebnis: Die Naturfreunde Österreich verursachen derzeit rund 4100 Tonnen CO₂e (CO2-Äquivalente) pro Jahr.
Der grösste Anteil entfällt mit rund 46 Prozent auf die Hütten und Häuser. Deshalb wurden elf unterschiedliche Hütten genauer untersucht, von stark besuchten Tagesgast- und Gastronomiestandorten bis zu einfachen Selbstversorgerhütten. Dabei zeigte sich: Nicht die Grösse einer Hütte entscheidet über ihre Klimawirkung, sondern vor allem ihre Nutzung.
Bei Hütten mit vielen Tagesgästen spielen vor allem Lebensmittel, Materialeinsatz und Gastronomie eine grosse Rolle. Bei Hütten mit vielen Nächtigungen ist hingegen der Energieverbrauch stärker von Bedeutung. Bei den Selbstversorgerhütten zeigte sich, dass individuelles Organisationsverhalten einen erheblichen Einfluss auf die Klimabilanz haben kann.
Die Klimastrategie beschränkt sich jedoch nicht nur auf Hütten. Auch Mobilität, Veranstaltungen, Infrastruktur, Beschaffung und Bildungsarbeit werden zentrale Handlungsfelder sein. Denn Klimaschutz entsteht nicht durch eine einzelne Massnahme, sondern durch viele Entscheidungen im Alltag: Wie reisen wir zu Touren an? Wie bewirtschaften wir unsere Häuser? Welche Materialien und Lebensmittel verwenden wir? Und wie können wir unsere Mitglieder für klimafreundliches Handeln begeistern?
Bis Ende 2026 stehen die weitere Analyse und die Entwicklung konkreter Massnahmen im Mittelpunkt. Danach beginnt die schrittweise Umsetzung in allen Bereichen der Organisation. Ortsgruppen, Landesorganisationen und die Bundesorganisation werden gemeinsam an diesem Weg arbeiten.
Die Klimastrategie der Naturfreunde Österreich soll Mut machen, denn Klimaschutz ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn für Lebensqualität, Gerechtigkeit und Gemeinschaft. Wer die Natur liebt, schützt sie. Gemeinsam können wir den Unterschied machen: Schritt für Schritt, Projekt für Projekt.

