Wo die Ökologie den Vorrang erhielt…!

Dass es die Naturfreunde der Sektion Schaffhausen ernst meinen mit ihrer Liebe zur Natur, haben sie mehrmals schon bewiesen. Nun tun sie es erneut! Mit der eben in Betrieb genommenen Holzschnitzelheizung für ihr Buchberghaus; Kostenpunkt: CHF 180’000.-. Man hätte es günstiger haben können – die Naturfreunde jedoch setzten auf die ökologischere Variante.

In Stadt und Agglomeration Schaffhausen ist das Naturfreundehaus Buchberg, respektive das Buchberghaus ein Begriff. Man kennt das Haus; man spricht davon, man liest darüber – und man geht hin. Und «gehen» ist hier wörtlich zu verstehen: in dieses Haus «geht» man – zu Fuss. Oder aber man radelt hin, per Velo. Weil eine Zufahrt zum Buchberghaus im Auto nur mit Spezialbewilligung erlaubt ist (z.B. für Transporte). Mit anderen Worten: das Naturfreundehaus Buchberg ist autofrei.

Und in diesem NF-Haus drehte sich in den letzten Monaten vieles um die Frage: wie machen wir es von nun an mit der Heizung? Welches sind unsere Bedürfnisse? Was macht Sinn? Was ist ökologisch und nachhaltig? Was kostet die Sache; und wie finanzieren wir sie?

Einstimmig für die Nachhaltigkeit

Eine Heizung ist keine Kleinigkeit; es handelt sich um mehr als um einen Winter-Mantel, den man sich umlegt, wenn’s ein paar Grad kälter wird. Eine Heizung ist eine Investition, die auf Jahrzehnte ausgelegt ist. Jenes Heiz-System, das es jetzt im Buchberghaus zu ersetzen galt, wurde in den späten 1960er Jahren eingebaut.

Also haben die Naturfreunde im Frühjahr 2020 durch die Energie-Beratung des Kantons Schaffhausen vorab eine Energie-Analyse durchführen lassen. Die Empfehlung daraus: eine Solar-Nutzung kommt, in Anbetracht des in einer Waldlichtung gelegenen Hauses, als Alternative nicht in Frage. Eine Pellet-Heizung wiederum wäre von der Grund-Investition her zwar deutlich günstiger, aber die Pellets müssten auswärts produziert und anschliessend per Lastwagen herantransportiert werden. Angesichts des Waldbesitzes der Sektion (fünf Hektaren eigener Wald rund ums Haus, aus dem bereits bisher das Brenn-Holz gewonnen worden ist für den Betrieb der Stückholzheizung) weist auch diese Option ihre Mängel auf und ist daher, aus ökologischer Sicht, nicht sinnvoll.

Also schlugen der Vorstand und die eigens formierte Heizungskommission (beide unter Leitung von Sektionspräsident Richard Bührer, ehemals Chef des Bauamts der Gemeinde Thayngen) am 14. August 2020 der ausserordentlichen Generalversammlung die teurere Variante vor. Und die Anwesenden, gut 100 Mitglieder der Sektion Schaffhausen, sagten dazu einstimmig Ja – und bewilligten die Kreditvorlage von CHF 180’000.-.

Feuertaufe bestanden

Mittlerweile können die Schaffhauser Naturfreunde mit gutem Gefühl auf den ersten Winter mit der neuen (am 22. Dezember in Betrieb genommenen) Heizung zurückblicken (die letzten Arbeiten dazu wurden am 18. März abgeschlossen). Wie im Voraus berechnet, blieb mit der Schnitzelholzheizung der Bedarf an Brennholz (aus eigenem Wald) in etwa gleich wie zuvor (rund 40 Ster, respektive 60m3 Häcksel), hingegen verringert sich der Arbeits-Aufwand um ein Mehrfaches.

Zudem können die einzelnen Räume im Haus fortan je nach Bedarf individuell beheizt, und die entsprechenden Kommandos an die Heizung sogar von zu Hause aus mittels Handy gesendet werden. Und anders als früher liess sich diesen Winter eine Unterkühlung des Hauses – wenn es nicht belegt war – vermeiden; der aus der Ferne per Handy gesteuerte Heizofen sorgte für eine Grundwärme um die 12°.

Gut akzeptiert und schuldenfrei

Mit Genugtuung kann der im Kanton bestens vernetzte Sektionspräsident Richard Bührer (er wirkte u.a. lange Jahre als Kantonsrat und präsidierte das Parlament im 2013) zudem auf die finanzielle Seite des 180’000 Franken teuren Projekts verweisen: «Wir haben dank Förderbeiträgen und Spenden alles zusammen. Drei namhafte Partner haben unsere Heizung gemeinsam mit der Energieförderung Schaffhausen mit insgesamt 87’000 Franken gesponsert. Dazu kommt der Beitrag aus dem Häuserfonds der Naturfreunde Schweiz in der Höhe von 32’000 Franken». Danebst aber stammen 54’000 Franken aus Spenden von Sektions-Mitgliedern und weiteren Freunden des Hauses – was ebenfalls sehr viel über die Beliebtheit dieses Naturfreundehauses aussagt.

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