Erfahrung trifft Erneuerung
Ab 2026 werden die Naturfreunde-Aus- und Weiterbildungskurse intern von der neu geschaffenen Fachstelle «Wandern und Bergsport» organisiert und durchgeführt. Für diese Aufgabe konnte Bergführerin Annina Reber gewonnen werden, deren Rucksack vollgepackt ist mit Erfahrung und neuen Ideen.
Die Naturfreunde kennt Annina Reber schon seit vielen Jahren. Als Jugendliche hat sie an J+S-Bergsteigerlagern des Verbands teilgenommen. Davor war sie schon als Kind in Kletterlagern des SAC dabei, später in dessen Jugendorganisation und als in der Oberstufe ein Skitourenlager angeboten wurde, war die junge Annina selbstredend unter den Angemeldeten. Zu Berg geht die neue Fachleiterin für Wandern- und Bergsport der Naturfreunde Schweiz also schon von Kindsbeinen an – nicht etwa, weil dies in ihrer Familie üblich war, sondern einfach, weil sie schon früh eine Faszination für die Berge hegte und für Erlebnisse zusammen mit anderen Menschen in der alpinen Natur.
Nach der Matura studierte Reber Architektur an der ETH Zürich. Der Beruf gefiel ihr zwar und sie übte ihn auch einige Jahre aus, doch ihre Liebe zu den Bergen und die Freude an der Bewegung waren stärker. 2006 schloss sie ihre Ausbildung als Bergführerin ab und seit 2008 arbeitete sie als selbstständige Bergführerin. «Ich freue mich, wenn ich meinen Gästen mit einer Bergtour ein Erlebnis bieten kann, einen schönen Ort, eine schöne, gemütliche Hütte. Am liebsten bin ich dort unterwegs, wo es keine langen Kolonnen hat am Berg», so die gebürtige Emmentalerin. Schöne Touren zu finden, die sie noch nicht kenne, sei kein Problem, erzählt sie, selbst in der kleinen Schweiz und selbst nach vier Jahrzehnten unterwegs in den Alpen. «Ich habe eine lange To-do-List mit Touren, die ich noch machen möchte.»
Neben dem Bergführen ist die esa-Expertin seit bald dreissig Jahren auch in der Ausbildung und im Kurswesen tätig. Begonnen hat sie als Schneesportlehrerin bei den Schweizer Skischulen, beim SAC hat sie Leiter:innen in den Disziplinen Skitouren, Skihochtouren, Klettertouren und Hochtouren ausgebildet, beim Schweizer Bergführerverband SBV im Lawinen- und im technischen Sommermodul der Wanderleiter:innen und an der Uni Bern war sie verantwortlich für die Koordination und die Leitung der Alpinismus-Angebote im Rahmen des Universitätssports. Im Mandatsverhältnis verfasst sie zudem Unfallgutachten bei der Fachgruppe Expertisen Bergunfälle FEB. Dabei schärfe sie ihre Sinne für Dinge, die beim Bergsport schieflaufen und bleibe bezüglich Standards und Empfehlungen auf dem neusten Stand, so Reber. Als Präsidentin des Interkantonalen Bergführerverbandes IKBV kennt die Wahlstadtzürcherin ausserdem die Funktionsweisen von Vereinen genau und ist gut vernetzt in der Branche der Bergführer:innen, Wanderleiter:innen und Kletterlehrer:innen.
Neue Ideen für die Naturfreunde
Auf der Geschäftsstelle der Naturfreunde Schweiz arbeitet die Mutter von zwei Teenagern seit dem 1. November 2025. Aktuell macht sie sich vertraut mit dem Verein, dem Kurswesen und der künftigen Ausrichtung der NFS-Aus- und Weiterbildungen. Ab Januar 2026 wird Annina Reber auch die Kursleitung der NFS-esa-Kurse übernehmen und die Naturfreunde in diversen Fachgremien vertreten. Worauf freut sie sich am meisten bei den Kursen? «Ich freue mich darauf, die Naturfreunde-Mitglieder kennenzulernen und zusammen lehrreiche und schöne Kurse in der Natur und in den Bergen zu erleben. In meinen Kursen ist es mir wichtig, eine gute Lernumgebung zu schaffen, damit sich alle wohlfühlen und aufnahmefähig sind für einen guten Mix aus Theorie und Praxis. Zu meinen Aufgaben gehört auch die Entwicklung von neuen Angeboten. Auch auf diesen Teil freue ich mich sehr und habe schon viele Ideen dafür.»
Bis zu 200 000 Höhenmeter hat Annina Reber als hauptamtliche Bergführerin jährlich gemeistert. Eine körperliche Herausforderung, die mit zunehmendem Alter mehr Erholungszeit bedingt. Dass sie bei den Naturfreunden sowohl im Büro wie auch in der Natur in den Kursen tätig sein wird, ergibt sich folgerichtig aus ihrem reichen Erfahrungsschatz ihrer diversen beruflichen Tätigkeiten, den sie an beiden Orten einbringen kann.
Das Bergführen wird sie als Hobby wohl weiterhin pflegen. Und ganz sicher wird sie in ihrer Freizeit jede Gelegenheit nutzen, um mit ihrer Familie und mit Freund:innen draussen unterwegs zu sein. Nur alleine zieht sie nie los. «Zu zweit ist es einfach lustiger», erklärt sie strahlend.

