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Von Zaubertränken und Superfood

«Krötenschleim und Spinnenbeine» – wieso klingen die Zutaten für Zaubertränke eigentlich immer so gruselig und eklig? Gibt es nicht auch leckere magische Zutaten? Na klar! Viele einheimische Früchte und Beeren schmecken nicht nur super, sie haben auch echte Superkräfte.

Foto: Patricia Huser, Grafik: Mario Lehmann

Eene, meene, mopf, was brodelt da in meinem Topf?
Wir brauen einen magischen Zaubertrank: Bunt soll es sein und zischen natürlich auch! Dazu muss es auch noch lecker schmecken …

«Lila Laune Trank» (Heidelbeersirup):

  • 1 kg Heidelbeeren
  • 700 g Zucker
  • 8 dl Wasser
  • 1 Zitrone
  • Mineralwasser
  • Zitronenmelisse
  • Gänseblümchen-Eiswürfel
  • Kleine Einmachflaschen

Anleitung:

  • Die Heidelbeeren gründlich waschen.
  • Beeren, Zucker und Wasser in einem grossen Topf aufkochen und für 20 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Etwas abkühlen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine Schüssel umgiessen.
  • Die Zitrone auspressen und den Saft zugeben.
  • Nun den Sirup durch ein feines Sieb oder Mulltuch in den ausgewaschenen Topf umleeren und nochmals aufkochen.
  • Die Fläschchen gründlich mit heissem Wasser ausspülen.
  • Den noch heissen Sirup in die sterilisierten Fläschchen umfüllen und sofort verschliessen.*

Damit der Trank auch richtig zischt, gibt es dazu kaltes Mineralwasser. Selbstverständlich ist kein Zaubertrank komplett ohne magische Kräuter – wie zum Beispiel frische Minze oder in Eiswürfel gefrorene Gänseblümchen.
*Der Sirup hält sich im Kühlschrank mehrere Monate frisch.

Foto: Patricia Huser

Wusstest du schon?

Was ist Superfood eigentlich?

Als Superfood bezeichnet man Lebensmittel mit besonders vielen Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen, die unsere Körper brauchen, um gesund zu bleiben. Es müssen aber nicht unbedingt exotische Früchte sein, auch in der Schweiz gibt es viele Vitaminbomben mit Superkräften:

Heidelbeere: Blaues Wunder

Blaubeeren sind wahre Superhelden: Sie stärken das Immunsystem und wirken sogar entzündungshemmend. Neben den Vitaminen C und E enthalten sie auch blaue Farbstoffe, sogenannte Anthocyane. Sie schützen deinen Körper vor schädlichen Oxidationsprozessen.

Foto: Pixabay, Meadowphoto
Foto: Pixabay, Pexels

Marroni: Balsam für die Nerven

Die Edelkastanien enthalten unter anderem viel Vitamin B, sind also gut für starke Nerven. Ausserdem stärkt das enthaltene Vitamin C die Immunabwehr in der Erkältungssaison.

Hagebutte: Die Königin des Vitamin C

Die Früchte der gemeinen Heckenrose haben neben dem Sanddorn den höchsten Vitamin-C-Gehalt aller heimischen Früchte – da kann selbst die Zitrone nicht mithalten!

Foto: Pixabay, Hajnalka Mahler

Experiment: Was ist ein Oxidationsprozess?

Nimm einen Apfel und schneide ihn in zwei Hälften. Eine Hälfte beträufelst du mit Zitronensaft, die andere lässt du unbehandelt.
Die unbehandelte Seite läuft nach kurzer Zeit braun an, weil sie mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert. Die Seite mit dem Zitronensaft bleibt jedoch länger frisch und geschützt, weil statt des Apfels das im Zitronensaft enthaltene Vitamin C mit der Luft reagiert – es fängt den Sauerstoff sozusagen ab!

Bild: Patricia Huser

Wieso ist Vitamin C wichtig?

Seefahrer und Piraten waren früher oft monatelang auf See unterwegs und hatten keinen Zugang zu frischen Lebensmitteln. Viele von ihnen litten an Skorbut (auch Mundfäule genannt): Sie waren geschwächt, bekamen Hautausschläge und ihre Zähne fielen aus, bis sie schliesslich qualvoll starben. Erst im 18. Jahrhundert fanden Schiffsärzte heraus, dass eine tägliche Ration Zitronensaft den Matrosen das Leben retten konnte. Das liegt am Vitamin C in der Zitrusfrucht. Deshalb wurde dieser Stoff auch Ascorbinsäure genannt, was so viel bedeutet wie «Säure gegen Skorbut».

Autor:in

Patricia Huser

Patricia Huser ist Historikerin, Content Creator und DIY-Bloggerin. Sie arbeitet gerne mit natürlichen Materialien und ist Schreiberling aus Leidenschaft.

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