100 Jahre Gemeinsamkeit
An der Jubiläumsfeier der Naturfreunde Schweiz wurde gemeinsam Kraft aus der Vergangenheit geschöpft, um die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.
Fröhliche Gäste aus allen Landesteilen, engagierte Redner:innen, ein lustiger Moderator, bunte Blumen, farbige Musik und ausgezeichnetes Essen – es gab viele Highlights an der Feier zum 100. Geburtstags des Naturfreunde Landesverbandes diesen August im Volkshaus in Zürich. Besonders schön anzusehen waren der angeregte Austausch über die Sektionsgrenzen hinweg und die vielen Begegnungen à la «Dich habe ich ja ewig nicht mehr gesehen!».
Am Anfang der Feier stand der Rückblick. Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale, erinnerte daran, woher die Naturfreunde kommen – nämlich aus der Arbeiterschaft – und welch revolutionärer und rebellischer Funke ihrer Bewegung seit Anbeginn innewohnt. Sie kämpften für bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeiter:innen – gegen die Interessen der Fabrikbesitzenden – und für den freien Zugang in die Natur – gegen die Interessen der Landbesitzenden.
Gabi Rolland, Mitglied des Bundesvorstands der Naturfreunde Deutschland, gedachte in ihrem Grusswort der Freiheit, die für die Naturfreunde schon immer wegweisend war und die während der Naziherrschaft mit grossen Opfern verteidigt wurde. Und Andreas Schieder, Vorsitzender des Bundespräsidiums der Naturfreunde Österreich, sprach darüber, dass der alte Kampf für das freie Wegrecht bis heute in immer wieder neue Runden geht.
Simone Brander, Zürcher Stadträtin, sprach von der Gegenwart und davon, wie wichtig der Einsatz für die Natur jederzeit, überall und von jedem und jeder einzelnen ist und dass viele kleine Engagements zusammen grosse Veränderungen bewirken können. Und Jacqueline Badran, Nationalrätin und Mitglied der Naturfreunde Oberfreiamt-Oberrüti, rief die Naturfreunde auf, ihre politischen Wurzeln auch in der Zukunft zu beherzigen, weil die Natur heute mehr denn je Menschen braucht, die sich für ihren Schutz einsetzen und weil die Menschenwürde stets aufs Neue verteidigt werden muss. Eine Rede, die viele Anwesende elektrisierte und noch lange zu reden gab.
Zwischen den Grussworten unterhielt Moderator Lionel Dellberg die Gäste mit humoristischen Einlagen und spektakulären Zaubertricks. Umrahmt wurde die Feier von der Balkan-Brass-Band «Marie Choller» und ihren fröhlichen, mitreissenden und vielstimmigen Klängen. Bedauerlicherweise erfolgte die Moderation mehrheitlich auf Deutsch und nicht wie vereinbart auf Deutsch und Französisch. Eine Unterlassung, die dem Trubel des Geschehens geschuldet war. Ein weiterer Wermutstropfen für die Gäste aus der Romandie war die fehlende Simultanübersetzung der ausschliesslich in Deutsch gehaltenen Referate. Der Landesverband entschuldigt sich dafür bei allen Teilnehmenden aus der Romandie und verspricht, bei künftigen Anlässen mit der Sprachenfrage sensibler umzugehen.
Beim reichhaltigen Apéro riche tauschten sich die Naturfreund:innen über vergangene Zeiten aus, knüpften neue Kontakte untereinander und kräftigten sich für die Herausforderungen der Zukunft.
Die Feier zum 100. Geburtstag des Naturfreunde Landesverbandes war ein Anlass mit zahlreichen Highlights, der das Gemeinschaftsgefühl stärkte und Lust machte, die nächsten 100 Jahre Naturfreunde gemeinsam anzupacken.

