Auf, ab, auf, ab, auf, auf, auf
Wer in der Region Rorschach Skifahren lernen will, wird das vermutlich in der Schneesportschule der Naturfreunde Rorschach tun. Der erfolgreiche Verein bietet jeweils im Januar Ski- und Snowboardunterricht für Kleine und Grosse an.
Bemerkenswerte 84 Jahre – so lange gibt es die Schneesportschule der Naturfreunde Rorschach bereits. In dieser langen Zeit gab es viele Aufs und Abs für Generationen von Schneesportbegeisterten. Das letzte grosse Ab ist zehn Jahre her. Damals dachte man ans Aufgeben. Der Vorstand der Schneesportschule, die als Untersektion einen eigenen Verein innerhalb der Sektion Rorschach bildet, war zwar noch motiviert, die Nachfrage nach Skischulunterricht in der Region sank jedoch kontinuierlich und der Schnee …, nun ja, der Schnee ist ein Thema für sich.
Doch dann nahm der junge Vorstand einen neuen Anlauf, überarbeitete das Angebot sowie den öffentlichen Auftritt des Vereins und rührte kräftig die Werbetrommel. Der Rest ist Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Markus Geiger
Technische Leitung SkiMarius Geiger arbeitete zehn Jahren lang im Vorstand der Schneesportschule mit und war verantwortlich für das Ressort «Technische Leitung Ski». Kürzlich konnte er sein Amt an zwei junge, motivierte Nachfolgerinnen abgeben. In der Schneesportschule ist er überdies als Skilehrer engagiert. Beruflich ist er im Marketing tätig sowie im Event- und Sponsoringmanagement.
Keine Nachfolgesorgen im Vorstand
Die Angebote der Schneesportschule finden jeweils im Januar an den Wochenenden statt, dazu gibt es im Februar ein einwöchiges Skilager. Die Samstagskurse für Kinder ab drei Jahren dauern von 9 bis 11 Uhr und finden in Eggersriet oder bei Schneemangel beim Skilift Schwende in Ebenalp Horn statt, einem ziemlich schneesicheren Ort. Die Sonntagskurse für Ski- und Snowboardfahrende der ganzen Familie sind ganztägig, dauern von 9 bis 15.30 Uhr und finden in der Lenzerheide statt. Für die Anreise der Teilnehmenden werden Carfahrten organisiert. Die Cars halten an verschiedenen Orten in der Region zum Einsteigen. Ab dem Moment, in dem die Kinder in den Car einsteigen, sind sie rundum betreut bis zur Rückkehr und zum Ausstieg am selben Ort. Ein Angebot, das Eltern – wenig erstaunlich – sehr schätzen.
Die Kurse der Kleinen, an denen je bis zu siebzig Kinder teilnehmen, seien jeweils innerhalb weniger Tage ausgebucht, berichtet Marius Geiger, ehemaliger technischer Leiter Ski im Vorstand der Schneesportschule. Und an den Sonntagskursen habe man auch schon mal ganze zweihundert Gäste begrüssen dürfe – kein Rekord in der Vereinsgeschichte, dieser liegt bei 300 – aber doch eine sehr stattliche Zahl. «Insgesamt kümmern sich aktuell 43 Ski- und Snowboardlehrer:innen um die lernwilligen Wintersportler:innen. Pro Saison kommen drei bis vier neue dazu», so Geiger. Nachwuchssorgen kennt die Schneesportschule demnach weder bei den Gästen noch bei den Lehrer:innen. Und wie sieht es im Vorstand aus? «Wir können alle Posten gleich wieder besetzen, wenn es zu Abgängen kommt. Die Atmosphäre bei uns im Vorstand ist super und das strahlt nach aussen aus. Der Vorstand hat aus meiner Sicht eine Vorbildfunktion für den Verein und in unserem Fall für die Gäste, die wir in der Schneesportschule begrüssen. Die Freude, die wir an unserer Tätigkeit haben, kommt bei den Vereinsmitgliedern ebenso an wie bei unseren Gästen.»
Nicht nur die Freude über ihre Tätigkeit strahlt nach aussen aus, sondern offenbar auch diejenige über das aktive Vereinsleben, das für den Vorstand ebenso wie für die Mitglieder im Zentrum steht. So achte man als Vorstand darauf, den Mitgliedern, also den Wintersportlehrer:innen, Sorge zu tragen und ihnen für ihr Engagement auch etwas zurückzugeben, so Geiger. «Das beginnt bei einem ernstgemeinten Dankeschön und hört bei einem gemeinsamen Abschlussevent auf. Zudem sind ein Teil der Spesen gedeckt, wir organisieren regelmässig Fortbildungskurse und interne Weiterbildungen und übernehmen auch einen Teil der Ausbildungskosten der Leiter:innen», erzählt Geiger. Beliebt seien ausserdem die Einsätze als Hüttenwirt:innen im Kaienhaus bei der «Muttersektion», die man als «Team Schneesportschule» regelmässig wahrnehme. «Es melden sich immer wieder neue Grüppli, die ebenfalls im Naturfreundehaus wirten möchten.»
Denn sie wissen, was sie tun
Der Verein deckt seine Kosten durch Einnahmen aus den Kursen, einem Beitrag der Stadt Rorschach sowie Sponsorenbeiträgen. Seine Erfolge, soviel ist nach den Schilderungen von Marius Geiger klar, sind keine Zufälle, sondern Kalkül. Hier ist offensichtlich eine Truppe am Werk, die weiss, wie man einen Verein erfolgreich führt, etwas von Marketing versteht und vor jungen Ideen nur so sprüht. Bleibt zu hoffen, dass die Schneesportschule Rorschach auch diesen Winter Schneeglück haben wird.

