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Standpunkt

Die Welt ächtet Atomwaffen – wie lang wird die Schweiz noch zögern?

Am 26. September 2025 haben Kirgistan und Ghana den UNO-Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) unterzeichnet, bzw. ratifiziert. Damit steht erstmals eine globale Mehrheit der Staaten hinter diesem Abkommen. Weniger […]

Florian Eblenkamp
11.12.2025, Naturfreund 4/25
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Lancierungsaktion vom 02.07.2025 Foto: tpnw-ch

Am 26. September 2025 haben Kirgistan und Ghana den UNO-Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) unterzeichnet, bzw. ratifiziert. Damit steht erstmals eine globale Mehrheit der Staaten hinter diesem Abkommen. Weniger als fünf Jahre nach seinem Inkrafttreten haben 99 Staaten den Vertrag unterzeichnet, ratifiziert oder sind direkt beigetreten. Die Welt sagt klar: Atomwaffen sind inhuman, gefährlich und völkerrechtlich nicht mehr akzeptabel. Damit sind Atomwaffen auf die gleiche internationale Stufe gestellt wie andere Massenvernichtungswaffen wie zum Beispiel chemische oder biologische Waffen.

Demgegenüber stehen die wildgewordenen Atomwaffenstaaten Nordkorea, Israel, Russland und die USA, welche im Wochentakt mit dem Einsatz dieser Waffen drohen, über sogenannte taktische Atomwaffen spekulieren und immer absurdere Summen in die Modernisierung ihrer Arsenale stecken.

Dies im 80. Jahr nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, als durch zwei Bomben über 200 000 Menschen starben und viele weitere noch heute an den Langzeitfolgen leiden. Ein Schweizer Arzt, Marc Junod, war damals der erste internationale Augenzeuge, der die humanitäre Katastrophe durch Atomwaffen erlebte.

Heute steht ausgerechnet die Schweiz abseits, wenn es um die internationale Ächtung von Atomwaffen geht. Der Bundesrat weigert sich nach wie vor, den TPNW zu unterzeichnen. Er spricht von «politischen Risiken», obwohl er in einer parlamentarischen Antwort selbst einräumen musste, dass ein Beitritt keine rechtlichen oder sicherheitspolitischen Nachteile hätte. Während andere neutrale Staaten wie Österreich oder Irland längst beigetreten sind, zögert Bern und gefährdet damit die humanitäre Glaubwürdigkeit unseres Landes. So mancher wird sich inzwischen fragen: Ist die Schweiz für oder gegen Atomwaffen?

Die Schweiz war einst eine treibende Kraft in der Abrüstungspolitik, ist Gastgeberin der Genfer Konventionen, Sitz des IKRK und der UNO und Stimme des humanitären Völkerrechts. Heute wirkt sie zögerlich und ängstlich, ihre eigene, etablierte Position auch nur zu nennen. Dabei wäre gerade jetzt Mut gefragt: 80 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki ruft die globale Mehrheit dazu auf, Atomwaffen endlich auf den Scheiterhaufen der Geschichte zu verbannen.

Damit die Schweiz diesen Schritt nicht weiter hinauszögert, braucht es uns alle. Die Volksinitiative «Für den Beitritt der Schweiz zum Atomwaffenverbot» gibt den Stimmbürger:innen die Möglichkeit, den Bundesrat zum Handeln zu verpflichten. Über 100 000 Unterschriften wurden von zahlreichen Freiwilligen bereits gesammelt, es braucht aber noch etwa 15 000 weitere, um die Initiative sicher einzureichen. In der letzten Ausgabe des «Naturfreund» waren die Unterschriftenkarten beigelegt.

Jetzt zählt also jede Unterschrift. Füll den Unterschriftenbogen aus, sprich Freund:innen, Nachbar:innen und Kolleg:innen an und schick deinen Unterschriftenbogen möglichst schnell ab. Jede Stimme bringt uns einer Schweiz näher, die zu ihren Werten steht: Menschlichkeit, Verantwortung und Abrüstung.

Alle Informationen: www.atomwaffenverbot.ch

Autor:in

Florian Eblenkamp

Florian Eblenkamp hat an der Universität Zürich Politikwissenschaft studiert und arbeitet heute als Advocacy Officer bei International Campaign to Abolish Nuclear Weapons ICAN, zu Deutsch: Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen.

Redaktion: christine.schnapp@naturfreunde.ch

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