Aus dem Landesverband

Voller Einsatz für die Naturfreundehäuser

Ein halbes Jahr lang zieht Schreiner Remo Wieland von einem Naturfreundehaus zum anderen und repariert oder erneuert, was gerade anfällt. Das tut er im Rahmen seines Zivildienstes, den er bei den Naturfreunden Schweiz absolviert. Gäbe es diesen Dienst noch nicht, müsste man ihn erfinden.

Remo im Naturfreundehaus Brambrüesch. Foto: Ajithkumar Vallipuram

Die Liste ist lang, die Remo Wieland erhalten hat. Auf ihr sind alle Arbeiten aufgelistet, die der Schreiner-Zivildienstleistende im Naturfreundehaus La Combe d’Enge der Sektion Neuchâtel erledigen muss. Manche davon sind rasch erledigt: eine neue Schraube rein und fertig, andere, wie den kaputten Boden in einem der WCs zu ersetzen, dauern etwas länger. Aber Remo Wieland hat Zeit. Sechs Monate lang, von April bis September, leistet der gelernte Schreiner bei den Naturfreunden Schweiz seinen langen Einsatz als Zivildienstleistender.
In dieser Zeit zieht er von Naturfreundehaus zu Naturfreundehaus überall dorthin, wo die Sektionen froh sind um seine Hilfe. Der kürzeste Einsatz dauert nur ein paar Tage, der längste fast zwei Monate. Eine gute Sache für die Sektionen, denn sie müssen Remo Wieland für seinen Einsatz nur die Spesen bezahlen, den Rest übernehmen der Landesverband und der Bund.

Das Haus La Combe d’Enge inmitten von Wiesen und Wäldern im Jura in der Nähe von Neuchâtel gelegen, ist seit 1925 im Besitz der Sektion Neuchâtel. Das ehemalige Landwirtschaftsgebäude, das schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat, als die Naturfreunde sich um es kümmern, wurde in vielen, vielen Etappen von unzähligen helfenden Händen zu dem ausgebaut, was es heute ist. Ein einfaches, aber charmantes Naturfreundehaus, in dem man für sehr wenig Geld inmitten einer schönen Umgebung eine tolle Zeit haben kann.

Schreiner mit grünem Daumen

Remo Wieland sagt, dass er sich freue, an diesem Ort sein zu können und selbstverantwortlich seine Liste abarbeiten zu können. Wenn alle Arbeiten im Haus erledigt sind, gibt es auch im Garten noch zu tun. Ein Kuhgatter oder -draht soll zum Parkplatz hin die neugierigen Wiederkäuer in Schach halten, die im Sommer rund ums Haus weiden. Und vielleicht wird auch der Garten noch etwas aufgehübscht mit ein paar zusätzlichen Büschen und Stauden.

Remo im Naturfreundehaus Combe d’Enges. Foto: Ajithkumar Vallipuram
Remo im Naturfreundehaus Brambrüesch 2. Foto: Ajithkumar Vallipuram
Remo im Naturfreundehaus Combe d’Enges 2. Foto: Ajithkumar Vallipuram

Eine spannende Herausforderung

Das Material, das der Schreiner-Zivi für die Ausführung der aufgetragenen Arbeiten braucht, hat entweder die Sektion organisiert oder findet sich aus Restbeständen vor Ort. Werkzeuge hingegen, vor allem die etwas Spezielleren als Hammer und Zange, die sich ebenfalls vor Ort finden, hat Remo Wieland selbst organisiert. Bei Einsätzen in anderen Häusern übernimmt er gleich die ganze Planung. Basierend auf den ihm aufgetragenen Arbeiten erstellt er die Material- und Werkzeuglisten, die für die Ausführung benötigt werden. Das ist ein rechter Aufwand, aber gemäss Wieland auch eine spannende Herausforderung, und braucht viel Absprache mit den Sektionen, die ihn mit diesen Arbeiten betraut haben.

Ende September wird Remo Wieland, der die Naturfreunde schon vor seinem Einsatz kannte, eine veritable kleine Tour de Suisse hinter sich haben, die ihn an ein paar schöne Ecken und in einige Naturfreundehäuser geführt haben wird. Und das Beste daran: Wenn er die Häuser wieder verlässt, sind sie in einem deutlich besseren Zustand als bei seiner Ankunft. Nach seinen Aussagen hat er Freude an seinem Einsatz, nach Mutmassungen geht es den Sektionen, die ihm Aufträge erteilt haben, genauso. Man nennt das auch eine klassische Win-win-Situation.

Autor:in

Christine Schnapp

Christine Schnapp ist Redaktorin des Naturfreund, Buchautorin und arbeitet freiberuflich als Lektorin und Produzentin. In ihrer Freizeit hört sie gerne den Lebensgeschichten anderer Menschen zu oder geniesst in den Bergen die Stille.

Mehr zum Thema Naturfreunde:

Nach oben