Häuser

Ein besonderer Platz

Die Verkleinerungsform «Bergbeizli» ist im Naturfreunde Partnerhaus Krienseregg Programm. Klein ist es und klein soll es bleiben. Gross ist hingegen das Herz des Wirtepaars und grossartig ist das Angebot, mit dem es seine Gäste am Fuss des Pilatus verwöhnt.

Naturfreunde Partnerhaus Krienseregg. Foto: Raphael Zeller

Ganzjähriger Restaurantbetrieb und Halbpension für Übernachtungsgäste. April bis Oktober, 10 bis 18 Uhr, für die Winteröffnungszeiten 2022/23 bitte die Webseite konsultieren. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Kriens mit der Gondelbahn bis Krienseregg, 10 Minuten Fussmarsch bis zum Haus. Erwachsene zahlen pro Nacht inkl. Halbpension im Doppel- oder Familienzimmer 79 CHF oder 69 CHF (Mitglieder der Naturfreunde) im 6er-Zimmer. Kinder profitieren von Ermässigungen. Alle Informationen berg-beizli.ch

Eine frisch gemachte Suppe, eine Käseschnitte mit Käse aus der Region oder doch ein Stück selbstgemachter Kuchen? Wer die Wahl hat, hat die Qual – auch bei der kleinen, feinen Speisekarte im Bergbeizli Krienseregg. Sie ist genau die richtige Mischung zwischen währschaft für Wandernde und andere Sporttreibende, regional, frisch und selbstgemacht für Nachhaltigkeits-Foodies und traditionell für Esserinnen und Esser mit kulinarischen Ortskenntnissen. In dieser Speisekarte gibt es aber noch viel mehr zu entdecken, doch jetzt zuerst zu den Eckdaten des Beizli.

Erreichbar ist das Naturfreunde Partnerhaus Bergbeizli Krienseregg zu Fuss ab Kriens oder einem anderen Ort in der Nähe (siehe Wandertipp Seite 25) oder mit der Pilatus-Gondelbahn ab der Mittelstation «Krienseregg». Geöffnet ist es täglich von 10 bis 18 Uhr von April bis Oktober sowie im Winter bis 17 Uhr zum Essen wie auch zum Übernachten in gemütlichen Zweierzimmern, Familienzimmern oder zwei Massenschlägen. Bereits seit sechs Jahren heisst das Wirtepaar Christian Tschümperlin und Judith Fux, die zuvor im Naturfreundehaus Klewen-alp tätig war, im Bergbeizli Krienseregg Gäste willkommen und hat dem Ort seinen ganz persönlichen und äusserst gastfreundlichen Stempel aufgedrückt. Und damit noch kurz zurück zur Speisekarte. Dank der Walliserin Judith Fux stellt diese nämlich quasi das Beste aus zwei Welten, der Innerschweiz und dem Wallis, dar. Einerseits bei den Speisen, z. B. die Walliser Käseschnitte mit Käse aus der Innerschweiz, aber auch bei den Getränken. So stammt unter anderem der Wein, der im Bergbeizli genossen werden kann, aus dem Wallis und wird auch nach Walliser Art kredenzt: das Einerli ist hier ein Ballon und die Preise sind äusserst fair. Ob ihre herzliche, fröhliche Art als Gastgeberin auch auf ihre Walliser Wurzeln zurückzuführen ist, lässt sich nur vermuten, viel wichtiger ist jedoch, dass sie im Bergbeizli eine fast familiäre Atmosphäre schafft, in der man sich sofort willkommen fühlt. Viele Gäste, darunter viele Pensionierte, kommen immer wieder hierher und werden deshalb von Judith Fux mit dem Vornamen begrüsst und für Kinder gibt es eine Kiste mit Spielsachen und natürlich den Spielplatz auf der Wiese neben dem Haus.

Christian Tschümperlin und Judith Fux. Foto: Raphael Zeller
Kinderspielplatz beim Bergbeizli. Foto: Boris Billaud
Foto: Raphael Zeller
Foto: Raphael Zeller
Foto: Naturfreunde Schweiz

Christian Tschümperlin und Judith Fux denken beim Wirten aber nicht nur an ihre Gäste vor Ort, sondern haben auch ein Herz für Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden. Wer im Bergbeizli ein Glas Hahnenwasser bestellt, bezahlt 2 Fr., eine ganze Karaffe kostet 4.50 Fr. Den gesamten Erlös aus dem Wasserverkauf spendet das Wirtepaar an die Stiftung «Kinder unserer Welt», die sich weltweit für Projekte engagiert, die sich um Nahrung und Gesundheit, Wohn- und Lebensräume, Schulbildung, Schutz von körperlich und geistig behinderten Kindern, Schutz vor Misshandlungen und die Reduktion der Kindersterblichkeit kümmern.

Eine Oase der Ruhe

Die Naturfreunde haben wieder einmal viel Weitsicht bewiesen, als sie vor vielen Jahren diesen Platz für den Bau ihres Naturfreundehauses ausgesucht haben. Denn aus heutiger Sicht ist er, zumindest unter der Woche, eine Ruheoase in einem touristisch stark genutzten Gebiet. Die Krienseregg mit national bedeutenden Flach- und Hochmooren lockt naturliebende Wandernde aus Nah- und Fern an, der Pilatus ist ohnehin ein beliebtes Ausflugsziel – auch für Gäste aus dem Ausland – und die Infrastruktur mit Erlebnis-Spielplatz und Erlebnispfad durchs Moor tun das Ihre hinzu, dass sich an schönen Tagen auf der Krienseregg ein richtiges Gewusel entfaltet. Nicht so jedoch beim Bergbeizli, das etwas abgelegen ist. Hier ist es meistens auch noch schön still, wenn auf der Terrasse der letzte Platz besetzt, der Wanderweg in Sichtdistanz begangen ist und die Gondeln der Pilatus Gondelbahn über den Köpfen der Beizligäste vorbeiziehen. Wenn es nach dem Wirtepaar geht, soll das auch so bleiben und das Bergbeizli kein Ort für Massentourismus werden.

Mögliche Verbindung Hinfahrt: Abfahrt ab Luzern: 9.10 Uhr, Kante M, Bus 71; Ankunft: 9.35 Uhr Holderchäppeli
Marschzeit: 2 Std., 6,5 km, 350 Hm, leichte Wanderung
Verpflegung im Naturfreunde Partnerhaus Bergbeizli Krienseregg. Bei schönem Wetter auf der Terrasse, täglich geöffnet, prächtig!
Rückfahrt: 10 Min. Spaziergang zur Kriensereggbahn
Die Luftseilbahn fährt nach Kriens, dort führt ein kleiner Spaziergang nach unten zur Bushaltestelle. Bus 1 fährt direkt zum Bahnhof Luzern.

Für weitere Fragen:
Judith Fux, Gastwirtin
Tel. 041 320 77 98

Ob allein oder zu zwanzigst, ich wünsche den Naturfreunden von Nah und Fern einen schönen Ausflug.

Hannes Ineichen
Präsident der Naturfreunde Kriens

Das Bergbeizli Krienseregg ist aufgrund seiner Lage nahe bei der Bergbahn und den eher flachen Wanderwegen rundherum ein komfortables Ausflugsziel für Familien mit Kindern und Personen, die mehr einen gemütlichen Spaziergang als eine schweisstreibende Wanderung suchen. Doch auch für die, die die Anstrengung suchen, ist die Krienser-egg ein idealer Ausgangspunkt für eine Bergwanderung etwa auf den Pilatus. Und die ganz Genügsamen setzen sich einfach auf die Terrasse des Beizli, lassen sich von Christian Tschümperlin und Judith Fux verwöhnen und geniessen den schönen Blick auf den Pilatus.

Autor:in

Christine Schnapp

Christine Schnapp ist Redaktorin des Naturfreund, Buchautorin und arbeitet freiberuflich als Lektorin und Produzentin. In ihrer Freizeit hört sie gerne den Lebensgeschichten anderer Menschen zu oder geniesst in den Bergen die Stille.

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