Dies ist eine Planungs-Checkliste für den Einbau von Sanitäranlagen.
Einleitung
Waschräume, Duschen und WC-Anlagen werden unter dem Begriff der «Sanitäranlagen» zusammengefasst. Sanitäranlagen sind bewilligungspflichtig.
Nicht umsonst spricht man bei Sanitärräumen von hoch installierten Räumen. Nebst den eigentlichen Sanitärapparaten sind eine Vielzahl von technischen Bauteilen, Wasseraufbereitungs- und Entsorgungsanlagen, Leitungen, Abdichtungen, robusten Wand- und Bodenbelägen etc. erforderlich. Die meisten notwendigen Bauelemente sind für den Benutzer gar nicht sichtbar und auch für Wartungszwecke nach dem Einbau nicht mehr zugänglich.
Für Duschräume gelten besondere Anforderungen an das Raumklima respektive an die Konstruktion von Böden, Wänden und Decken: unterschiedliche Temperaturen und Luftfeuchtigkeit von angrenzenden Innen- und Aussenräumen stellen Bedingungen an Wärmedämmung und Dampfdiffusion. Daher ist eine sorgfältige Planung dieser Räume unumgänglich, um Bauschäden (z.B. Pilzbefall) zu verhindern.
Der Einbau von Sanitärräumen in erdberührten Kellergeschossen ist, wenn möglich, zu unterlassen. Grund dafür ist Feuchtigkeit aus dem Erdreich. An vielen älteren Gebäuden lässt sich eine Durchfeuchtung der erdberührten Bauteile erkennen, insbesondere bei Ziegelkonstruktionen. Die Ursache sind fast immer fehlende Abdichtungen der Kelleraussenwände. Eine nachträgliche Trockenlegung solcher Räume, welche mit technischen (und bauökologisch nicht unbedenklichen) Mitteln gegen physikalische Gesetzgebungen ankämpft, ist auch aus baustatischer Sicht nicht bedenkenlos umzusetzen. Die Trockenlegung kann zum Austrocknen der Mauerwerksfugen und daher zu statischen Setzungen führen.[7]
Die Wahl eines «sinnvollen» Standorts für Sanitärräume ist dementsprechend auf unterschiedliche Kriterien auszulegen. Nebst funktionalen sind auch technische und bauphysikalische Bedingungen zu berücksichtigen.
Planungs-Checkliste (Entwurf)
- Wasserversorgung
- Wasseraufbereitung (Warmwasser, Installationsanzeige Sanitär)
- Abwasserentsorgung (Klärgrube u.dgl., Kanalisation mit notwendigen Leitungsquerschnitten, Gefällen, Geruchsverschlüssen, Schacht- und/oder Sammelanlagen)
- Tiefster Abwasseranschluss, wenn möglich oberhalb der Abwasser-Grundstückanschluss-Leitung (wenn vorhanden) – um Pumpeinrichtungen/Kleinhebeanlagen zu verhindern (Wartung/Unterhalt)
- Havarie-Szenario
- Konstruktion der Umfassungswände, Böden und Decken
- Befestigung der Apparate klären, ggf. Ausholzungen vorsehen
- Ggf. Revisionsöffnungen einplanen
- Allfällige Revisionsöffnungen
- «Gefangene Räume»[8] vermeiden, Raumbelüftung und Entlüftung sicherstellen
- Installationen an Aussenwänden vermeiden (um Beschädigungen von Dampfbremsen vorzubeugen)
- Anzahl notwendiger Apparate/Installationen klären
- Auswahl der Sanitärapparate z.B. an einer Fachhandelausstellung prüfen
- Langjährig bewährte Produkt-Linien bevorzugen (z.B. Laufen, Kaldewei, etc.); «Designprodukte» sind z.T. nur von kurzer Beständigkeit (Ersatzteile nach kurzer Zeit nicht erhältlich, komplizierter Einbau)
- Apparate wenn möglich in Keramik oder emailliertem Stahl; Chromstahl-Einrichtungen vorzugsweise vermeiden (Reinigungsaufwändig)
- Installationsmasse frühzeitig beachten (Abstände von Apparaten, Armaturen und Garnituren)
- Spritzschutzeinrichtungen bei Dusche prüfen bzgl. Reinigung und Unterhalt (Trennwand, Glaswand, Vorhang). Bei Vorhang «Anschlagkanten» vorsehen.
- Ablageflächen und Kleiderhaken
- Spritzschutz zu elektrotechnischen Anlagen
- Anforderungen von Reinigung und Unterhalt klären
- Rutschfestigkeit von Bodenbelägen beachten
- Boden- und Wandbeläge bewusst auf Farbe und Fugen auswählen: bei dunklen Belägen Kalkspuren beachten, bei Plattenbelägen das Format bewusst wählen (kleine Platten = viele Fugen = aufwändig für Reinigung). Bei fugenlosen Belägen werden höhere Anforderungen an rissbeständige Untergründe verlangt
- Dämmschichten und Feuchtigkeitsabdichtungen sauber aufeinander abstimmen und ausführen lassen
- Schnittstellen zu bauseitigen Nebenarbeiten klären (Mauererarbeiten, Elektro etc.)
[7] gestützt auf: Atlas Sanierung, Edition Detail: Birkhäuser, 2008, S. 125.
[8] Räume, welche nicht an der Fassade liegen und daher kein Fenster aufweisen
